In der Selbsthilfegruppe können Stotterer ...
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... Hilfe und Verständnis von Menschen bekommen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie sie.
... in Ruhe ausreden, egal wie lange sie brauchen.
... in vertrauter Atmosphäre offen über das Thema „Stottern“ sprechen.
... Adressen von Therapeut/Innen bekommen, die wirklich gut sind!
... sich von einem „Experten – Team“ beraten lassen. Natürlich kostenlos!
... Sprechtechniken erlernen, die es ihnen ermöglichen, völlig fließend zu reden. Immer öfter ...
... üben, schwierige Alltagssituationen erfolgreich zu bewältigen.
... erfahren, was ihnen das Telefonieren leichter macht.
... Vorschläge ihrer Logopädin in die Tat umsetzen.
... Erfolgserlebnisse sammeln, durch die sie immer selbstbewusster werden.
... sich zum „Experten in eigener Sache“ machen.
... einen Therapie – Erfolg stabilisieren.
... eine Menge Spaß haben und Freunde finden für gemeinsame Unternehmungen.
... immer wieder mitmachen, ohne auch nur 1 Cent dafür zu bezahlen!
Was hat mir die Stotterer–Selbsthilfegruppe gebracht?

Berthold, Havixbeck
„Ich habe bis zu meinem 28. Lebensjahr sehr stark gestottert. In der Schule habe ich fast nie etwas gesagt. Einmal bin ich sogar 11 km zu Fuß gegangen, weil ich mich nicht traute, eine Zugfahrkarte nach Greven zu kaufen. Auch vor dem Telefonieren hatte ich immer große Angst; wenn es klingelte bin ich schnell weggelaufen."
Schon seit 1979 gehöre ich der Stotterer-Selbsthilfegruppe an. Da habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Da lacht keiner über mich. In der Selbsthilfegruppe habe ich Sprechtechniken kennen gelernt, mit deren Hilfe ich immer fließender sprechen konnte. Heute fühle ich mich “wie geheilt“. Früher war ich oft allein. Jetzt habe ich viele gute Freunde. Verheiratet bin ich auch. Ich habe meine Frau bei einem Seminar der Stotterer-Selbsthilfe kennen gelernt. Mittlerweile leite ich selbst schon seit vielen Jahren in ganz Deutschland Seminare. Dadurch kann ich auch anderen Betroffenen helfen. Das macht mir sehr viel Spaß! Manchmal halte ich auch Vorträge an der Uni Dortmund. Das Sprechen fällt mir immer leichter. Meine Erfolge habe ich hauptsächlich der Stotterer-Selbsthilfe zu verdanken.“

Dorothea, Münster
„1990 kam ich in die Stotterer-Selbsthilfegruppe. Da würgte ich noch an den Worten, und unverdaulich erschienen mir alle sozialen Situationen. Angst und Scham ließen wenig Bewegungsspielraum für mutige Lebensexperimente.
Die Begegnung und der Austausch mit anderen Stotternden hat mich ermutigt, beflügelt und erfinderisch gemacht. Immer kleiner wurde das Geht-nicht, immer größer das Schaff-ich.
Seit 2002 bin ich Logopädin, Fortbildungs- und Seminarleiterin. Die Worte sind mein tägliches Werkzeug, Kommunikation meine Leidenschaft geworden. Dazu hat ganz maßgeblich die Stotterer-Selbsthilfe beigetragen.“

Oliver, Ascheberg
„Ich war erst 16 Jahre alt, als ich zum ersten Mal an einem Gruppenabend der Stotterer-Selbsthilfegruppe teilnahm. Jetzt bin ich schon seit 8 Jahren aktiv mit dabei. Dank des Telefon-Trainings hat sich meine Angst vor dem Telefonieren erheblich verringert. Auch bei Vorstellungsgesprächen fühle ich mich immer sicherer, weil wir diese in Rollenspielen geübt haben. Ich habe in der Selbsthilfegruppe gute Freunde gefunden, mit denen ich mich auch in der Freizeit gerne treffe. Jedes Jahr besuche ich zwei Wochenend-Seminare, bei denen ich mir weitere Anregungen hole. Natürlich haben wir dort auch viel Spaß zusammen.“

Christian, Münster
„Ich habe Bewerbungsgespräche in Rollenspielen geübt. Das hat sich gelohnt! Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe gaben mir wertvolle Tipps. So konnte ich mich – auch mit Stottern – positiv präsentieren. Ich habe den erhofften Arbeitsplatz bekommen!“
Therapie + Selbsthilfe = Doppelter Erfolg!
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Die Stotterer-Selbsthilfe als zweites Standbein einer erfolgreichen Therapie
50 % Therapie + 50 % Selbsthilfe = Doppelter Erfolg
von Berthold Wauligmann,
Referent der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. für Gruppenselbsthilfe
Liebe Therapeutinnen und Therapeuten!
Sie behandeln erwachsene Stotternde in Einzeltherapie? Sie interessieren sich für zwei gute Nachrichten? Dann lesen Sie weiter! Die eine gute Nachricht ist sicher schon bei Ihnen angekommen: Man kann auch mit Stottern glücklich werden! Einen erwachsenen Stotternden erfolgreich therapieren zu wollen, bedeutet nicht, ihn heilen zu müssen. Entscheidendes Kriterium für den Therapieerfolg ist es, die Lebenssituation des Stotternden so weit wie möglich zu verbessern. Wesentlich ist, dass der Sprechmut zunimmt und die Kommunikation leichter fällt. Kurz: Das Sprechen soll wieder Freude machen!
Die zweite gute Nachricht: Die Stotterer-Selbsthilfe kann wesentlich mehr sein, als nur eine „sinnvolle Ergänzung der Therapie“. Richtig genutzt kann sie genau so viel zur positiven Entwicklung erwachsener Stotternder beitragen wie die Therapie selbst! Was leistet die Stotterer-Selbsthilfe, das Sie nicht leisten können?
1. Wenn Stotternde den Mut haben, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, dann brauchen sie nur noch hinzugehen. Sie brauchen keinen Antrag bei der Krankenkasse zu stellen, sie benötigen keine Überweisung vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Die Teilnahme an den Gruppenabenden ist kostenlos. Es kann also gleich losgehen!
2. Stotternde sollen „Experten in eigener Sache“ werden, da sie sich ja irgendwann selbst weiterbehandeln müssen. Daher ist es sinnvoll, sich mit den Büchern und Videofilmen der Stotterer-Selbsthilfe auseinander zu setzen.
3. Mit der Stotterer-Selbsthilfegruppe steht Ihren Klienten zusätzlich ein Experten-Team zur Seite, das über jahrzehntelange eigene Erfahrungen mit dem Stottern verfügt.
4. Die Einzeltherapie bei Ihnen ist sehr intensiv, da Sie gezielt auf die einzelne Person eingehen können. Ihre Klienten können aber noch intensiver an sich und ihrem Stottern arbeiten, wenn sie gleichzeitig eine Stotterer-Selbsthilfegruppe besuchen.
5. Neue Sprech- und Verhaltensweisen sind schwer in den Alltag zu übertragen. Da ist es sinnvoll, einen Zwischenschritt im „Schonraum Selbsthilfegruppe“ einzubauen. Rollenspiele mit mehreren Personen, Diskussionen, Vorträge vor Publikum – dies und vieles mehr kann an den Gruppenabenden durchgeführt werden.
6. Stottern hat oft etwas mit fehlender Lockerheit zu tun. Lockerer werden Stotternde auch durch die Selbsthilfegruppe, weil sie sich dort wohler fühlen als in anderen Gruppen: „Hier macht mich das Stottern nicht zum Außenseiter, hier fällt das Sprechen leichter.“
7. Die Selbsthilfegruppe ist für viele ein „Freundeskreis stotternder Menschen“. Hier findet man Freundinnen und Freunde, die einen mögen, die einem gut zuhören, die einen bewusst ausreden lassen und mit denen man sich auch mal privat treffen kann. Ein wichtiger Schritt aus der Isolation ...
8. In-Vivo-Übungen sind oft durchzuführen, da sie in der Regel für den Therapieerfolg von großer Bedeutung sind. Da ist es gut, wenn man einen Partner in der Selbsthilfegruppe hat, mit dem man sich gelegentlich zu solchen Übungen trifft und mit dem man auch Telefontraining (vielleicht sogar vom Arbeitsplatz aus) durchführen kann.
9. Motivation und Zuversicht sind für den Therapieerfolg sehr wichtig! In der Selbsthilfegruppe gibt es viele Gelegenheiten, Erfolgserlebnisse zu sammeln. Man stellt fest, dass man viele Dinge kann, an die man sich bisher nicht herangewagt hat. Die Gruppe gibt positive Rückmeldungen, macht Mut für die nächsten Schritte im Alltag. Mut macht es natürlich auch, in der Gruppe Leute kennen zu lernen, die ihr Stottern in den Griff bekommen haben.
10. Je mutiger Stotternde werden, desto größere Herausforderungen suchen sie! Da bietet die Stotterer-Selbsthilfe viele Möglichkeiten, z.B. bei Seminaren einen Sketch aufführen, auf dem Bundeskongress vor über 200 Leuten eine Rede halten, Teilnahme an Infoständen, einem Reporter ein Interview geben, in einem Videofilm mitspielen, Workshops leiten, im Vorstand mitarbeiten ...
11. Wenn die Krankenkassen nicht mehr weiterzahlen, besteht die Gefahr, dass einiges vom Erreichten den alten Gewohnheiten wieder zum Opfer fällt. Hier ist die Selbsthilfegruppe eine wichtige Brücke zwischen Therapie und alleiniger Selbsthilfe. Ihr Klient steht nach der Therapie nicht alleine da, bekommt bei evtl. Rückfällen Hilfe und Aufmunterung durch andere Gruppenmitglieder. Das einmal Erlernte kann aufgefrischt und wieder eingeübt werden. Man hat kompetente Freunde, mit denen man über seine aktuellen Probleme sprechen kann. Kurz: Man kann den Therapieerfolg stabilisieren.
Was soll dieser Artikel bewirken?
Ich wünsche mir, dass allen Stottertherapeuten bewusst wird, dass der Therapieerfolg durch die Zusammenarbeit mit der Stotterer-Selbsthilfe verdoppelt werden kann! Jeder Stotternde, der seine Lebenssituation verbessern möchte, soll die bestmögliche Unterstützung erhalten!
Adressen von Stotterer-Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe, Materialien zur Gruppenarbeit und allgemeine Hinweise zur Gruppenselbsthilfe erhalten Sie von der Informations- und Beratungsstelle der BVSS.
Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V.
Zülpicher Str. 58 • 50674 Köln
Tel. 0221 1391106 • Fax 0221 1391370 • info@bvss.de • www.bvss.de
Sollte es in Ihrer Nähe keine Selbsthilfegruppe geben, weisen Sie bitte auf das Seminarprogramm der Bundesvereinigung hin (www.bvss.de), denn auch durch den Besuch von Seminaren besteht die Möglichkeit, Erlerntes zu festigen und neue Erfolgserlebnisse zu sammeln. Natürlich sind auch Therapeutinnen und Therapeuten bei den Seminaren sehr willkommen! Hier erhalten Sie wertvolle Impulse, um in Zukunft noch besser therapieren zu können.
P.S.: Kennen Sie eigentlich schon den KIESELSTEIN? Das ist die Zeitschrift der Stotterer-Selbsthilfe. Sie würde sich in Ihrem Wartezimmer sicher sehr gut machen. Fordern Sie ein kostenloses Probeheft an!
Das sagen Fachleute ...
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Prof. Dr. Wolfgang Wendlandt, Dipl.-Psychologe, Berlin:
„Selbsthilfegruppen vermitteln langjährig Stotternden spezifische Erfahrungen, die im Rahmen professioneller Therapie nicht vermittelt werden können. Durch die Mitarbeit in der Stotterer-Selbsthilfe mit ihren vielfältigen Angeboten werden ein breites Wissen über das Stottern zur Verfügung gestellt, der Aufbau und die Gestaltung sozialer Kontakte ermöglicht und die selbsttherapeutischen Kräfte gestärkt. Betroffene gelangen in der Stotterer-Selbsthilfe – auch ohne Therapie – zu rasanten Fortschritten, wenn sie in Gruppen Verantwortung übernehmen, öffentliche Veranstaltungen vorbereiten und dort Sprecherfunktionen übernehmen.
Die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe kann von Therapeuten als Therapie begleitende Maßnahme empfohlen werden, um Veränderungsprozesse zu beschleunigen. Aber auch nach Behandlungsende kann, aus Sicht des Stottertherapeuten, die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe im Sinne einer Stabilisierung der Therapieergebnisse sinnvoll sein.“
Andreas Starke, Logopäde, Hamburg:
„Die Stotterer-Selbsthilfegruppe kann einem das Gefühl vermitteln, dass man mit seinem Problem nicht allein ist und dass es keinen Grund gibt, sich für das Stottern zu schämen.
Der Kontakt zu anderen Menschen, die stottern, kann einem deutlich machen, dass man nicht dadurch, dass man stottert, minderwertig ist, dass man auch dann, wenn man stottert, liebenswert, erfolgreich, interessant und attraktiv sein kann. Und nicht nur das: Alle Bücher über das Thema Erfolg betonen die Wichtigkeit von guten Vorbildern. Solche Leute findet man in der Stotterer-Selbsthilfe sehr leicht.“ |