Was ist Stottern?

Stottern ist ...
... für manche ein großes Problem, für andere nur ein Schönheitsfehler.
... wenn man beim Sprechen ins Schwimmen gerät.
... blöd, wenn man in der Schule nichts sagt, obwohl man es weiß.
... wie eine Bombe, die plötzlich einschlägt, wenn ich etwas vorlesen soll.
... ein Problem, aus dem man eine Herausforderung machen kann.
... leichter, wenn man es extra macht.
... wenn andere für einen weiterreden, egal ob man es will oder nicht.
... halb so schlimm, wenn niemand darauf negativ reagiert.
... lieber ein „Ja“ zu sagen, als ein „Nein“, das man begründen muss.
... wenn man es trotz großer Angst tut, eine sehr mutige Art zu sprechen.
... oft besser als schweigen, manchmal ist aber auch schweigen besser.
... nicht nur sprechen, sondern auch denken und fühlen.
... kein Grund, sich deswegen benachteiligen zu lassen!
... wie eine Niederlage, wenn man unbedingt fließend sprechen wollte.
... etwas, das den Sprechenden auch sympathisch machen kann.
... mit Freunden, die auch stottern, viel leichter zu ertragen.
... etwas, zu dem man auch im Sitzen stehen sollte.
... eine besondere Art zu sprechen.

Stottern äußert sich in wahrnehmbaren Unterbrechungen des natürlichen Redeflusses.

Der sichtbare und hörbare Teil des Stotterns kann sich in Langziehen, Herauspressen oder Wiederholen einzelner Buchstaben, Silben oder ganzer Wörter äußern. Stottern ist häufig mit übermäßigen Anstrengungen beim Sprechen verbunden. Die Anstrengung wird in auffälligen Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder in zusätzlichen Bewegungen von Kopf, Arm oder Oberkörper sichtbar.

Der unsichtbare Teil des Stotterns beeinträchtigt den stotternden Menschen jedoch oftmals viel mehr. Stottern kann zu Redeängsten und einem verminderten Selbstvertrauen führen. Im Extremfall sind sogar Minderwertigkeitsgefühle und eine soziale Isolation des stotternden Menschen die Folge. Oft gehen stotternde Menschen aber auch sehr selbstbewusst mit ihrem Stottern um und lassen sich so von ihrer Behinderung nicht einschränken.

An der Entstehung des Stotterns sind mehrere Faktoren beteiligt, so z.B. eine fehlende Koordination der Sprechmuskeln, Erlebnisse in der Kindheit oder eine Erbanlage.

Die Ausprägung des Stotterns ist bei jedem stotternden Menschen verschieden und kann abhängig von der Situation, von Wörtern, Buchstaben oder der körperlichen Verfassung stark schwanken. Im Moment des Stotterns weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, ist aber nicht in der Lage, es störungsfrei herauszubringen.

Daher gibt es auch nicht DIE THERAPIE oder DIE SPRECHTECHNIK, die jedem stotternden Menschen in jeder Situation hilft. Stottern lässt sich jedoch oft durch Therapien und mit Hilfe von Selbsthilfegruppen soweit verändern, dass es für den stotternden Menschen kein Problem mehr darstellt.

Charakteristisch für das Verhalten von stotternden Menschen ist das Vermeiden von Wörtern und / oder Situationen, bei denen sie befürchten, stottern zu müssen. Alltägliche Situationen, wie z.B. der Kauf einer Fahrkarte oder telefonieren können dadurch eine große Belastung darstellen. Die Angst vor dem Stottern und der Wunsch, es zu vermeiden, kann im Extremfall das gesamte Leben (Ausbildung, Beruf, Freundschaften, Partnerschaft, Freizeitaktivitäten) beherrschen.

 
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